Freitag, 15. August 2008

Hohe Zeit

Ja, jetzt ist Tajikistan auch schon wieder vorbei. Vorbei und verlassen.
Dabei waren die letzten beiden Tage in Khojand sehr angenehm! Und das zum Groszteil dank meiner Gastfamilie, die mich dankenswerterweise auch noch zum Schwimmen mitgenommen hat. Und so ein Tag am See hat schon was.
Und als es Abschiednehmen ging, habe ich fuer eine mittelschwere diplomatische Verstimmung gesorgt, als ich in einem Moment der Schwaeche Geld fuer die 2 Tage Rundumprogramm angeboten hatte.
Erst mit groszen Gesten und dem Versprechen Bilder zu senden, konnte ich diesen Fehler wieder etwas geradebiegen.

Und ohne es zu ahnen, sollte die Fahrt mit dem Minibus, der "Marshrutka", zu einer folgenschweren Bekanntschaft fuehren. Es waren dies die 4 Schwestern des uzbekischen Sozialministers, welche allesamt auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Nichte unterwegs waren. Und was ist da schon naheliegender, wenn nicht den 'Australier' zur Hochzeit einzuladen?
Da kamen dann auch die einstuendigen Verhoere durch die Usbekische Grenz- und Zollwache einer Spielerei gleich, welche meine Sachen gute 2 Mal von oben nach unten, von innen nach auszen nahmen.
Willkommen im Polizeistaat...

Ehe wir dann tatsaechlich im Haus des Sozialministers angekommen waren, konnte ich noch mit Hilfe der ruestigen Damen am Bazar schwarzmarkttechnisch meine verbliebenen Tadjikischen Somoni gegen einen imposanten Haufen druckalter Uzbekischer Som (Hoechstnote entspricht in etwa 60 Cent!) eintauschen.
Bei Mischa, wie der Minister sich mir vorstellte, angekommen, wurde ich dann unter seine Patronage ge- und dem gesamten Haushalt vorgestellt. Alle nahmen sich sogleich meiner an, stopften mich mit Tee, Kuchen, Mittagessen, Tee, Kuchen, Obst, Tee, Kuchen, Tee, Zwischenmahlzeit, Tee, Kuchen und Tee voll, ehe ich eine Dusche in der singenden Duschkabine, welche saemtliche Massageprogramme draufhatte, genieszen durfte.
Alles ein bisschen abstrus, wenn man bedenkt, dass meine durchschnittlichen Behausungen in Zentralasien nun ja... eher minderklassig sind.
Und sogleich danach ging es mit Mischa und seiner Frau, sowie Tochter, welche ja verheiratet werden sollte, ins 300 Menschen fassende Hochzeitspalaestchen, wo getanzt, gegessen, gefeiert, gebloedelt und gelacht wurde. Gelacht insbesondere, wenn der 'Australier' mal wieder herumgezeigt wurde, als Ehrengast behandelt und jungen, potenziell heiratsfaehigen (also 18 Jaehrigen) Maedchen vorgestellt wurde. Und noch viel mehr gelacht, wenn der 'Australier' das Tanzbein schwang und fuer Furore sorgte.

Naja, viel viel Spasz gehabt!

Am naechsten Morgen wurde ich dann mit Kilo an Nahrungsmitteln verabschiedet.



Und heute warte ich auf meinen Flug nach Tashkent, in die Hauptstadt.
Mit einer Menge gutem Essen im Gepaeck und dem Eindruck, die letzte Woche irgendwie nicht ganz zu verstehen, so zwischen Tajikistan und Hochzeit.






3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mile, Du hast die Haare schön :)
Schön von Dir zu lesen - also dann liebste Grüße aus Wien und eine schöne Weiterreise noch

Anonym hat gesagt…

Mile, was hast du mit deinen Haaren gemacht??? Siehst aus wie ein US-Marine auf Durchreise.

liebe Grüße aus Wien und pass auf dich auf

Oliver F. H.

Malinka hat gesagt…

Pft, nix da!
Wenn schon dann russischer Kosak auf georgischem Kuraufenthalt bittesehr.

Hoffe der Sommer wird brav genossen!