Jetzt wieder.
Nach meiner Ankunft im Ferganatal vor ueber einer Woche habe ich mich ueber die quirligen Uzbeken ja wahrlich gefreut. Lebendigkeit auf den Straszen, Muetter mit ihren Kindern im Park, junge Paerchen, die haendchenhaltend durch die Straszen wandern und sich in einsame Ecken verkriechen... Tja, und da war dann noch ich. Ich, der ich mit uebelsten Magendarmzustaenden im Bett lag und da wohl was durchs tajikische Wasser ausgefasst hatte.
Man koennte wohl wirklich schreiben: es ging mir eher beschissen.
Aber einen Arztbesuch und hallizunogene Pillchen spaeter war dann wieder die Lebensfreude auch bei mir daheim.
Und dass ich Lebensfreude in mir trage, spuerte ich spaetestens nach der sicheren Landung nach einem Flug mit Uzbekistan Airways. Die betrachteten naemlich meinen 16kg schweren Rucksack doch tatsaechlich als Handgepaeck und als solches musste das Ding mit in die Kabine. Blosz: Wohin? Auf diese Frage fand die junge Stewardess dann schnell eine Loesung: einfach neben mich, auf den Sitz. Und das Ganze ungesichert.
Nun ja, die Lebensfreude konnte Tashkent nun dann auch nicht wirklich verspruehen, schienen alle Leute mehr auf einer Mission unterwegs zu sein als im Leben und so war die gesamte Ferganaentspanntheit dahin. Dabei haetten eigentlich die Leute dort Grund zur Tristesse, nachdem mit der Niederschlagung einer Demonstration in Andijan 2005 der selbsterwaehlte Praesident fuer ein abruptes Ende saemtlicher Volksbewegungen gesorgt hatte, die ihm zuwiderliefen.
Und so waren meine 4 Tage in der Hauptstadt von einem Disneylandgefuehl gekennzeichnet, steckt El Presidente nicht unwesentliche Summen in den Aufbau einer repraesentativen, teilweise laecherlich ueberladenen Architektur.
Dafuer konnte ich jede Menge netter Reisender kennenlernen, welche sich im gleichen Guesthouse aufhielten wie ich.
In Samarkand angekommen, konnte ich daraufhin feststellen: diese Stadt ist 1001 Nacht! Medressen und Moscheen, die in den bezauberndsten Blautoenen regelrecht strahlen und nicht zuletzt aufgrund ihrer Ueberzahl einen gewichtig in ein Gefuehl versetzen, welches nur noch auf den fliegenden Alladin wartet... Schoen brav am Klischee entlang.
Keinerlei Risiko, keinerlei Wagemut...
Und das Ganze mit Legionen an Franzosen und Horden an Deutschen Pauschaltouristen.
Selbstverstaendlich sorgt auch die Backpackercommunity dafuer, dass man auch hier eine gute, spaszvolle Zeit miteinander verbringen kann.
Und das tue ich auch; kulturelles Establishement hin oder her.
1 Kommentar:
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