Und so fuhr ich den weisen Ratschlaegen anderer Reisender folgend in diese zwei Oasen. Wie man sich das so schoen vorstellt, wurde ich dann von viel und vielen (gierigen Taxifahrerhunden) begrueszt - die Palmen und so, konnte ich dann aber nicht finden.
Hunde aber und Karawanenatrappen aus Messing.
Ganz toller Kulturschrott wie man ihn an so vielen Plaetzen die von Touristenschwaemmen ueberflutet werden, finden kann. Touristenpreiserei inklusive. Und so gibt es auf der Rueckseite der Speisekarte auch die gleichen Gerichte zum Einheimischenpreis, doch nicht fuer mich. Auszer ich habe einen sonderlich guten Russischtag, tarne mich und werfe mit Charme (ja, manchmal rutscht der mir naemlich irrtuemlich aus) herum. Dann geht das dann doch mit dem Einheimischen...
Das war doch in Tajikistan irgendwie leichter - vielleicht muss ich mir am Bazar einen Uzbekenhut besorgen. Oder eine Polizeiuniform, denn die haben's hier ganz einfach. Ein Wink mit der Keule und aus die Maus. Und die Keulen sind ganz schoen grosz. Und man spare sich mir bitte nun Siggi, der hat hier nichts zu suchen.
Dafuer aber der neueste Laenderbericht von Transparency International, der Usbekistan auf den vorvorletzten Platz (175) der Liste bestechlicher Staaten setzt. Danach folgen nur mehr Somalia und der Irak. Beides dann hiermit automatisch auf meine Reiseliste qualifiziert!
Keine unabhaengige Justiz, schon gar keine echte Presse. 'Social Networking' sozusagen an jeder Ecke. Und insbesondere an den Toren Khivas, welches samt restaurierter Stadtmauer eine ofizielle Museumsstadt und Weltkulturerbe ist. Will man aber durch selbige Tore spazieren und brav sein Eintrittsgeld abgeben, so wird einem der Eintritt verweigert, da man das seperat erwerbliche 'Kamerabillet' auch dann blechen muss, wenn man gar keine Fotos zu schieszen vorhat.
Und so konnte ich dann so gut wie nichts von Khiva sehen - wollte ich aber auch gar nicht mehr.
Und fragt man einen Uzbeken ob er den Staatsdiktator denn wiederzuwaehlen vorhat (also theoretisch, freie Wahlen sind hier gerade mal wieder nicht so in Mode), so bekommt man folgende Antwort: 'Natuerlich, denn wenn ein neuer Praesident an die Macht kommt, so vergehen dann doch erst wieder 10 Jahre bis er seine Familie versorgt hat.'
Und was die Netzwerkerei angeht, so schliesze ich meinen heutigen Eintrag mit der Geschichte der Khivaer 'Bonbonmafia':
Den vorwiegend jungen Damen und Herren der Stadt will ich naemlich den Schluss widmen, sind sie doch staendig auf der Lauer nach ahnungslosem Touristenfleisch. Ihre Methode ist der Horror und die Ueberzahl, ihr Motiv die Gier (oh ja, mal wieder!).
Kaum wahent man sich in Sicherheit in einer der verwinkelten Innenstadtgassen (wo ich dann doch ohne Billet herumspaziert bin - Sturheit und 2000mg Tinidazole Antiwurm wirken!), wird man von einem Kartellmitglied auch schon angesprungen, mit einem Laecheln auf den Lippen. Dem obligatem 'Hello, Mister!' (a la 'Ja, komm, komm du mein willenloses Opfer!') folgt dann der Todesstosz: 'Mister, pen, now!'! Und wehe man hat gerade sein Leben mit seinem letzten Stift verteidigt, dann naemlich wollen die Vieher ein 'Mister, bonbon, now!'... Horror und Schrecken standen mir anfaenglich als einzige mich in Todesstarre versetzende Abwehrmasznahme zur Verfuegung. Doch mit der Zeit schlug 'Silk Road in the Night Rider' zurueck! Denn kaum ward ein potenzielles 'Cosa Uzbekistana' Mitglied erspaeht, wuerde ich es zu mir locken, 'Hello!' sagen und mit seinen eigenen Mitteln schlagen, die Hand hinhaltend und 'Pen, now! Bonbon, now!' sagend, das Viehlein in die Flucht schlagen.
Wenn man dann allerdings zuschaut, wie andere ahnungslose Touristen mit Pens und Bonbons umherschmeiszen, dann kann man nur eine sehr hoch gebildete, uebergewichtige Generation an Usbeken erwarten.
Erpressung und Bestechung sei Dank!